Erfahrungsbericht mit Transalp auf Pothole Rodeo Balkan Edition
- Der_Bamberger
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Erfahrungsbericht mit Transalp auf Pothole Rodeo Balkan Edition
Hallo miteinander,
ich möcht hier meine Erfahrung mit meiner 1987er Transalp auf der Pothole Rodeo: Balkan Edition wiedergeben.
Dies tu ich einerseits, um zu prahlen, weil ich so stolz auf mich selbst bin, dass ich das alles als Anfänger geschafft habe, aber auch für Leute, die neu zur Transalp gekommen sind bzw. Leute, die sich überlegen, sich eine zuzulegen. Ich denke, für die alten Hasen unter euch wird nicht viel Neues zu lernen sein, aber wer weiß.
Auf meiner Reise, angefangen in Graz und endend in Bamberg, hab ich 6952 km zurückgelegt in 11 Tagen. Gefahren bin ich durch Österreich, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Griechenland, Albanien, Montenegro, Bosnien und Herzegowina, Kroatien und Slowenien.
Mein Gepäck bestand aus einem Mosko Moto Rackless 40 mit dem 22 l Stinger als Toptasche. Mit dabei hatte ich alles Werkzeug zum Auseinanderbauen des Motorrads, inklusive Radflick- und Abziehwerkzeug und Kompressor. Zelt, Matratze, Kopfkissen, Kochgeschirr mit Gaskocher, 4 l Wasserreservoir, 2 Schlafsäcke, Kulturbeutel, Medikamentenbedarf (kotzen, scheißen, Schmerzen, Infektionen, Salben usw.), Kleidung bestehend aus 2x Motocross-Socken, 2x normalen Socken, 10x Unterwäsche, 2 T-Shirts, 2x Badehosen, Adiletten, Helinox Ground Chair, Winterjacke, 10 Tage Essen (dacht ich, heh), Regenkombi und diversen Kleinteilen. Alles zusammen ohne Essen circa 25-27 kg.
Zum Reiseverhalten der Transalp werd ich nicht viel eingehen, das hat sie problemlos und mit Bravour gemeistert. Man bekommt ein bisschen einen wunden Popo nach einer Zeit, aber das ist, glaub ich, relativ normal, wenn man 8-12 Stunden im Sattel hockt, und man kann auch sehr bequem stehen, ohne an Stabilität zu verlieren. Ich hab im Stehen viel Zeit verbracht, sowohl on- als auch offroad.
Nun, im Offroad ist das eine andere Geschichte. Ich bin den DN66A in Rumänien gefahren, und da sind mir zum ersten Mal die Augen aufgegangen. Der 66er geht relativ gediegen los mit Erbsenschotter auf hartgepacktem Untergrund und geht über in Schotter auf Packerde. Alles soweit so gut, das ist ja nur der Eingang, aber Achtung: Ich bin mit 60 km/h vom Rad geflogen, als ich ein ganzes Stück komplett losen Erbsenkies getroffen hab. Das hat sich gleich zu einem Tankslapper entwickelt und vom Gas gehen hat überhaupt nicht geholfen. Mich hat's zum Wegesrand geschleudert und bin mit dem Kopf gegen einen katzenkopfgroßen Stein geflogen. Helme sind was Tolles. Mir ist nichts passiert, und der Schaden vom Rad war auch überschaubar. Noch ein katzenkopfgroßer Stein hat mir den Unterfahrschutz komplett eingedellt und Rallyturm mit anhängendem Zusatzlicht wurden leicht verbogen bzw. beschädigt. Ich konnte den Schaden am nächsten Früh relativ schnell beheben und meinen Weg auf den 66er fortführen.
Laut den Einheimischen hatte es stark geregnet im Frühjahr und hat den 66er stark ausgespült und teils unpassierbar gemacht, da Teile der Strecke nur noch aus Geröll bestanden. Dies kann ich auch bestätigen und es gibt auch sehr tiefe Rinnen. Die Auf- und Abstiege durch Rinnen waren der beste Weg mit dem Alp, weil das das Einzige an festem Boden zu betrachten war. Ich hatte es ein paar Mal versucht, an den Aufstiegen auf dem Weg zu fahren anstatt in den Rinnen, aber das Gestein brachte mich immer wieder ins Rutschen bzw. die Steine, auf denen ich war, kippten und brachten plötzliche Links-rechts-Bewegungen im Heck ins Spiel. Von dem, was vorne los war, kann man sich sicher gut vorstellen. Ich sag nur: Death Grip am Lenker.
Bergab hab ich größere Rinnen verwendet, aber wo sie zu dünn waren, war ich gezwungen, normal runterzugehen. Hier war mein Fokus auf Linien, wo sich das Wasser gebahnt hat, da war der Weg sauberer. Mir ist hier aber auch die Schwere vom Alp erst richtig bewusst geworden, da er relativ schnell das Schieben anfängt durch das eigene Gewicht. Da musste ich teilweise meinen Popo ganz weit nach hinten tragen, um das Gewicht besser zu verteilen. Viel mit Motorbremse arbeiten und um Gottes willen Finger weg von der Vorderbremse. Hinterbremse wiederum ist dein Freund, in Maßen. Hier muss man wirklich mit Feingefühl arbeiten, sonst liegt man da. Frag mich, woher ich das weiß.
Irgendwann auf dem 66er kommt man zum Fuße eines Aufstiegs. So wie ich das mitbekommen habe, ist das so was wie die Krone der Strecke. Es kommt danach auch noch hart, aber nicht so technisch. Diesen Aufstieg muss man sich vorstellen, als hätte man groben Kies mit loser Erde vermischt und aufgekippt. Es geht nicht extrem hoch, aber das Zeug verschlingt deine Reifen und man hat sich im Nu festgefahren, wenn man nicht aufpasst. Ich hab's mit erstem Gang und bedachtem Gas drei Viertel des Weges rauf geschafft, bis besagtes Versinken passiert ist. Sechs Anläufe und eine fast leere Batterie später war ich oben. Wie gesagt: Bedacht Gas und man kommt leicht raus. Ich hatte Panik, dass ich da oben hängen bleib und hab immer versucht, Vollgas zu geben, um die Sache zu forcieren. Mit Gefühl geht alles besser.
Mehrere Stunden und ein paar Mal umfallen später war ich wieder auf Asphalt. Auf dem 66er hab ich gelernt, dass manchmal erster Gang zu langsam und zweiter zu schnell ist. Man kann beim Alp wirklich wunderbar mit der Kupplung spielen und tolle Resultate bekommen. Ja, der Alp ist schwer, aber mit richtiger Körperhaltung kommt er auch durch. Man muss nur höllisch aufpassen bei Abstiegen, darauf komm ich aber nochmals zu sprechen.
Der Alp ist vielleicht nicht das geeignetste Rad für sowas. Ich habe mir ein paar Mal auf der Reise ein leichteres Rad gewünscht, weil es schon viel Arbeit ist, den Alp durch technisches Gelände zu wuchten. Aber wenn man die Muße hat, lohnt es sich. Und tut euch und eurem Rücken einen Gefallen: Keine Hektik. Wenn er umfällt, einfach ausmachen und die Situation sacken lassen. Ich kann euch nicht sagen, wie oft ich mir fast den Rücken verrenkt habe, weil ich gleich drauf zugestürmt bin und auf Biegen oder Brechen mein Rad auf schnellem Weg aufrichten wollte. Wenn der umgefallen ist, ist der Schaden, falls vorhanden, schon da. Das schnelle Aufheben rettet da nichts mehr. Also immer mit der Ruhe.
Nun, gehn wir mal weiter zum Rancha-Sattel in Bulgarien. Was für eine wilde Strecke. Als ich da ankam, hatte es über die letzten Wochen und Tage scheinbar viel geregnet. Ich hab nicht viel davon mitbekommen bei über 40 Grad, aber was soll's. Die Strecke hier bestand auch aus viel Schotter, aber was dazu kam, waren Wasserlöcher und Matschlandschaften, wo man ganze LKWs hätte drin versenken können. Auch das hat der Alp gemeistert. Ich hatte Wasser teilweise bis Unterkante Luftfilterbox, das hat ihn die Bohne interessiert, er ging fröhlich und freudig da durch. Dasselbe mit dem Matsch. Hier wieder muss man wirklich auf sein Gashand achten. Ich hab mit Kupplung und Gasmodulation es gut durchgeschafft, ohne dass mir der Bock einmal abhandengekommen ist im Matsch.
Ich hab auch hier den Alp ein paar Mal hingelegt, ohne größeren Schaden, außer dass ich den rechten Kühler verbogen habe und der Ventilator-Temperatursensor in der Fassung abgebrochen ist. Das war halb so wild, hab den Ventilator einfach auf Masse gelegt, was bei dem langsamen Vorangehen und der Hitze gar nicht mal so schlimm war.
Aber nun komm ich wieder auf das Thema Schieben im Abgang. Ich hatte fast eineinhalb Stunden Terrorschweiß auf der Stirn. Wenn man den Sattel fährt, ist es größtenteils flach, aber geht stetig bergauf, sodass man nach mehreren Stunden gar nicht merkt, wie hoch man eigentlich gekommen ist. Aber irgendwann geht's runter, aber sowas von. Der Abstieg vom Sattel besteht aus losen Steinen und Steinplatten, bedeckt mit feinem Staubsand. Zu sagen, dass der Weg sehr steil ist, ist eine Untertreibung. So viel Angst hatte ich sehr lange nicht und auf meinem Rad sowieso noch nie. Es war eine Tortur runterzukommen und ich hatte ständig Panik, dass ich samt Rad die Klippen runterkullere. Meine einzige Aufgabe wurde es, zwei Meter vor mir Linien zu suchen, wo ich sicher fahren konnte, und das ist mir zum Glück auch größtenteils gelungen. Auch hier wieder viel Kupplung, null Gas. So geil wie der Sattel war, ich glaub, ich würde ihn so nicht mehr machen, zumindest den Abstieg nicht. Ich glaub, das lag aber auch viel an meiner Unerfahrenheit, aber es war für mich ziemlich beängstigend. Aber auch das hat der Alp gemeistert, er ist nur ein bisschen zu fett.
Und die letzte Erfahrung, die ich mitteilen will, ist Fahren im Sand. Auch hier bin ich mir zu 99 % sicher, dass es mir nur an Erfahrung mangelt, aber ich glaub, der Alp ist auch einfach zu schwer. Ich bin gegenüber von Thessaloniki circa 10 km Strand gefahren. Es ging meist gut, wo ich auf Linien fahren konnte, wo vorher jemand war, aber sobald ich davon abkam, war es ein riesiger Kampf. Das mach ich nicht nochmal. Also wenn du keine Erfahrungen mit Sand hast, bleib mit dem Alp aus dem Zeug raus!
Ich hab noch mehr gemacht und gesehen auf meiner Reise, aber das Wichtigste im Bezug zur Alp hab ich geschildert. Wenn man das Feingefühl für die Kupplung findet, ein bisschen Geduld und schwachsinnig/mutig bist, macht der Alp alles. Er ist dafür vielleicht nicht super geeignet, aber er kann's!
Ich hab auf dieser Reise viel über meinen Alp als auch mich selbst gelernt. Unter anderem: Heidenau Ranger sind nicht für so eine Reise geeignet, da ich sie nach sieben Tagen wechseln musste. Rallyturm ist cool, wenn man nur gerade fahren will, sonst nicht. Blinker an der Gabel, egal wie klein, werden beim Sturz dran glauben. Der Transalp ist ein Traktor, wenn man die Kupplung beherrscht. Dass der Alp vier Liter Öl säuft, wenn man Traktor spielt. Alu-Unterfahrschutz ist ein Must-have. Sturzbügel sind überbewertet, dafür hat man Beine und andere Gliedmaßen. Bau dir einen neuen Tank ein vor so einer Reise. Ibu 600 ist dein Freund. Und immer viel trinken!
Mein Alp ist ziemlich ramponiert nach der Tour. Rallyturm kommt weg für ein XL600LM-Geweih und Maske und einen Miniturm, der sich an der Lenkerstrebe befestigt. Ich werd mir was ausdenken müssen zwecks Kühlerbügel, um das Wegbiegen zu verhindern. Hab da aber schon ein, zwei Ideen. Und Gewichtsreduzierung, aber ich glaub, da wird sich nicht viel tun, da er eh schon fast nackig ist.
Ich hoff, dass sich das alles relativ gut lesen lassen hat. Ich beantworte gerne Fragen. Ihr könnt mir auch gerne sagen, dass es euch am Arsch vorbeigeht und dass das hier nicht mein persönlicher Blog ist. Alles willkommen!
ich möcht hier meine Erfahrung mit meiner 1987er Transalp auf der Pothole Rodeo: Balkan Edition wiedergeben.
Dies tu ich einerseits, um zu prahlen, weil ich so stolz auf mich selbst bin, dass ich das alles als Anfänger geschafft habe, aber auch für Leute, die neu zur Transalp gekommen sind bzw. Leute, die sich überlegen, sich eine zuzulegen. Ich denke, für die alten Hasen unter euch wird nicht viel Neues zu lernen sein, aber wer weiß.
Auf meiner Reise, angefangen in Graz und endend in Bamberg, hab ich 6952 km zurückgelegt in 11 Tagen. Gefahren bin ich durch Österreich, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Griechenland, Albanien, Montenegro, Bosnien und Herzegowina, Kroatien und Slowenien.
Mein Gepäck bestand aus einem Mosko Moto Rackless 40 mit dem 22 l Stinger als Toptasche. Mit dabei hatte ich alles Werkzeug zum Auseinanderbauen des Motorrads, inklusive Radflick- und Abziehwerkzeug und Kompressor. Zelt, Matratze, Kopfkissen, Kochgeschirr mit Gaskocher, 4 l Wasserreservoir, 2 Schlafsäcke, Kulturbeutel, Medikamentenbedarf (kotzen, scheißen, Schmerzen, Infektionen, Salben usw.), Kleidung bestehend aus 2x Motocross-Socken, 2x normalen Socken, 10x Unterwäsche, 2 T-Shirts, 2x Badehosen, Adiletten, Helinox Ground Chair, Winterjacke, 10 Tage Essen (dacht ich, heh), Regenkombi und diversen Kleinteilen. Alles zusammen ohne Essen circa 25-27 kg.
Zum Reiseverhalten der Transalp werd ich nicht viel eingehen, das hat sie problemlos und mit Bravour gemeistert. Man bekommt ein bisschen einen wunden Popo nach einer Zeit, aber das ist, glaub ich, relativ normal, wenn man 8-12 Stunden im Sattel hockt, und man kann auch sehr bequem stehen, ohne an Stabilität zu verlieren. Ich hab im Stehen viel Zeit verbracht, sowohl on- als auch offroad.
Nun, im Offroad ist das eine andere Geschichte. Ich bin den DN66A in Rumänien gefahren, und da sind mir zum ersten Mal die Augen aufgegangen. Der 66er geht relativ gediegen los mit Erbsenschotter auf hartgepacktem Untergrund und geht über in Schotter auf Packerde. Alles soweit so gut, das ist ja nur der Eingang, aber Achtung: Ich bin mit 60 km/h vom Rad geflogen, als ich ein ganzes Stück komplett losen Erbsenkies getroffen hab. Das hat sich gleich zu einem Tankslapper entwickelt und vom Gas gehen hat überhaupt nicht geholfen. Mich hat's zum Wegesrand geschleudert und bin mit dem Kopf gegen einen katzenkopfgroßen Stein geflogen. Helme sind was Tolles. Mir ist nichts passiert, und der Schaden vom Rad war auch überschaubar. Noch ein katzenkopfgroßer Stein hat mir den Unterfahrschutz komplett eingedellt und Rallyturm mit anhängendem Zusatzlicht wurden leicht verbogen bzw. beschädigt. Ich konnte den Schaden am nächsten Früh relativ schnell beheben und meinen Weg auf den 66er fortführen.
Laut den Einheimischen hatte es stark geregnet im Frühjahr und hat den 66er stark ausgespült und teils unpassierbar gemacht, da Teile der Strecke nur noch aus Geröll bestanden. Dies kann ich auch bestätigen und es gibt auch sehr tiefe Rinnen. Die Auf- und Abstiege durch Rinnen waren der beste Weg mit dem Alp, weil das das Einzige an festem Boden zu betrachten war. Ich hatte es ein paar Mal versucht, an den Aufstiegen auf dem Weg zu fahren anstatt in den Rinnen, aber das Gestein brachte mich immer wieder ins Rutschen bzw. die Steine, auf denen ich war, kippten und brachten plötzliche Links-rechts-Bewegungen im Heck ins Spiel. Von dem, was vorne los war, kann man sich sicher gut vorstellen. Ich sag nur: Death Grip am Lenker.
Bergab hab ich größere Rinnen verwendet, aber wo sie zu dünn waren, war ich gezwungen, normal runterzugehen. Hier war mein Fokus auf Linien, wo sich das Wasser gebahnt hat, da war der Weg sauberer. Mir ist hier aber auch die Schwere vom Alp erst richtig bewusst geworden, da er relativ schnell das Schieben anfängt durch das eigene Gewicht. Da musste ich teilweise meinen Popo ganz weit nach hinten tragen, um das Gewicht besser zu verteilen. Viel mit Motorbremse arbeiten und um Gottes willen Finger weg von der Vorderbremse. Hinterbremse wiederum ist dein Freund, in Maßen. Hier muss man wirklich mit Feingefühl arbeiten, sonst liegt man da. Frag mich, woher ich das weiß.
Irgendwann auf dem 66er kommt man zum Fuße eines Aufstiegs. So wie ich das mitbekommen habe, ist das so was wie die Krone der Strecke. Es kommt danach auch noch hart, aber nicht so technisch. Diesen Aufstieg muss man sich vorstellen, als hätte man groben Kies mit loser Erde vermischt und aufgekippt. Es geht nicht extrem hoch, aber das Zeug verschlingt deine Reifen und man hat sich im Nu festgefahren, wenn man nicht aufpasst. Ich hab's mit erstem Gang und bedachtem Gas drei Viertel des Weges rauf geschafft, bis besagtes Versinken passiert ist. Sechs Anläufe und eine fast leere Batterie später war ich oben. Wie gesagt: Bedacht Gas und man kommt leicht raus. Ich hatte Panik, dass ich da oben hängen bleib und hab immer versucht, Vollgas zu geben, um die Sache zu forcieren. Mit Gefühl geht alles besser.
Mehrere Stunden und ein paar Mal umfallen später war ich wieder auf Asphalt. Auf dem 66er hab ich gelernt, dass manchmal erster Gang zu langsam und zweiter zu schnell ist. Man kann beim Alp wirklich wunderbar mit der Kupplung spielen und tolle Resultate bekommen. Ja, der Alp ist schwer, aber mit richtiger Körperhaltung kommt er auch durch. Man muss nur höllisch aufpassen bei Abstiegen, darauf komm ich aber nochmals zu sprechen.
Der Alp ist vielleicht nicht das geeignetste Rad für sowas. Ich habe mir ein paar Mal auf der Reise ein leichteres Rad gewünscht, weil es schon viel Arbeit ist, den Alp durch technisches Gelände zu wuchten. Aber wenn man die Muße hat, lohnt es sich. Und tut euch und eurem Rücken einen Gefallen: Keine Hektik. Wenn er umfällt, einfach ausmachen und die Situation sacken lassen. Ich kann euch nicht sagen, wie oft ich mir fast den Rücken verrenkt habe, weil ich gleich drauf zugestürmt bin und auf Biegen oder Brechen mein Rad auf schnellem Weg aufrichten wollte. Wenn der umgefallen ist, ist der Schaden, falls vorhanden, schon da. Das schnelle Aufheben rettet da nichts mehr. Also immer mit der Ruhe.
Nun, gehn wir mal weiter zum Rancha-Sattel in Bulgarien. Was für eine wilde Strecke. Als ich da ankam, hatte es über die letzten Wochen und Tage scheinbar viel geregnet. Ich hab nicht viel davon mitbekommen bei über 40 Grad, aber was soll's. Die Strecke hier bestand auch aus viel Schotter, aber was dazu kam, waren Wasserlöcher und Matschlandschaften, wo man ganze LKWs hätte drin versenken können. Auch das hat der Alp gemeistert. Ich hatte Wasser teilweise bis Unterkante Luftfilterbox, das hat ihn die Bohne interessiert, er ging fröhlich und freudig da durch. Dasselbe mit dem Matsch. Hier wieder muss man wirklich auf sein Gashand achten. Ich hab mit Kupplung und Gasmodulation es gut durchgeschafft, ohne dass mir der Bock einmal abhandengekommen ist im Matsch.
Ich hab auch hier den Alp ein paar Mal hingelegt, ohne größeren Schaden, außer dass ich den rechten Kühler verbogen habe und der Ventilator-Temperatursensor in der Fassung abgebrochen ist. Das war halb so wild, hab den Ventilator einfach auf Masse gelegt, was bei dem langsamen Vorangehen und der Hitze gar nicht mal so schlimm war.
Aber nun komm ich wieder auf das Thema Schieben im Abgang. Ich hatte fast eineinhalb Stunden Terrorschweiß auf der Stirn. Wenn man den Sattel fährt, ist es größtenteils flach, aber geht stetig bergauf, sodass man nach mehreren Stunden gar nicht merkt, wie hoch man eigentlich gekommen ist. Aber irgendwann geht's runter, aber sowas von. Der Abstieg vom Sattel besteht aus losen Steinen und Steinplatten, bedeckt mit feinem Staubsand. Zu sagen, dass der Weg sehr steil ist, ist eine Untertreibung. So viel Angst hatte ich sehr lange nicht und auf meinem Rad sowieso noch nie. Es war eine Tortur runterzukommen und ich hatte ständig Panik, dass ich samt Rad die Klippen runterkullere. Meine einzige Aufgabe wurde es, zwei Meter vor mir Linien zu suchen, wo ich sicher fahren konnte, und das ist mir zum Glück auch größtenteils gelungen. Auch hier wieder viel Kupplung, null Gas. So geil wie der Sattel war, ich glaub, ich würde ihn so nicht mehr machen, zumindest den Abstieg nicht. Ich glaub, das lag aber auch viel an meiner Unerfahrenheit, aber es war für mich ziemlich beängstigend. Aber auch das hat der Alp gemeistert, er ist nur ein bisschen zu fett.
Und die letzte Erfahrung, die ich mitteilen will, ist Fahren im Sand. Auch hier bin ich mir zu 99 % sicher, dass es mir nur an Erfahrung mangelt, aber ich glaub, der Alp ist auch einfach zu schwer. Ich bin gegenüber von Thessaloniki circa 10 km Strand gefahren. Es ging meist gut, wo ich auf Linien fahren konnte, wo vorher jemand war, aber sobald ich davon abkam, war es ein riesiger Kampf. Das mach ich nicht nochmal. Also wenn du keine Erfahrungen mit Sand hast, bleib mit dem Alp aus dem Zeug raus!
Ich hab noch mehr gemacht und gesehen auf meiner Reise, aber das Wichtigste im Bezug zur Alp hab ich geschildert. Wenn man das Feingefühl für die Kupplung findet, ein bisschen Geduld und schwachsinnig/mutig bist, macht der Alp alles. Er ist dafür vielleicht nicht super geeignet, aber er kann's!
Ich hab auf dieser Reise viel über meinen Alp als auch mich selbst gelernt. Unter anderem: Heidenau Ranger sind nicht für so eine Reise geeignet, da ich sie nach sieben Tagen wechseln musste. Rallyturm ist cool, wenn man nur gerade fahren will, sonst nicht. Blinker an der Gabel, egal wie klein, werden beim Sturz dran glauben. Der Transalp ist ein Traktor, wenn man die Kupplung beherrscht. Dass der Alp vier Liter Öl säuft, wenn man Traktor spielt. Alu-Unterfahrschutz ist ein Must-have. Sturzbügel sind überbewertet, dafür hat man Beine und andere Gliedmaßen. Bau dir einen neuen Tank ein vor so einer Reise. Ibu 600 ist dein Freund. Und immer viel trinken!
Mein Alp ist ziemlich ramponiert nach der Tour. Rallyturm kommt weg für ein XL600LM-Geweih und Maske und einen Miniturm, der sich an der Lenkerstrebe befestigt. Ich werd mir was ausdenken müssen zwecks Kühlerbügel, um das Wegbiegen zu verhindern. Hab da aber schon ein, zwei Ideen. Und Gewichtsreduzierung, aber ich glaub, da wird sich nicht viel tun, da er eh schon fast nackig ist.
Ich hoff, dass sich das alles relativ gut lesen lassen hat. Ich beantworte gerne Fragen. Ihr könnt mir auch gerne sagen, dass es euch am Arsch vorbeigeht und dass das hier nicht mein persönlicher Blog ist. Alles willkommen!
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eumelator
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Re: Erfahrungsbericht mit Transalp auf Pothole Rodeo Balkan Edition
Hallo Bamberger,
vielen Dank für deinen interessanten Bericht und die ganzen Infos! Hauptsache die Knochen sind heil geblieben.
Hast du auch Bilder gemacht? Balkan steht weit oben auf meiner Liste für nächstes Jahr.
Was für ein Fahrwerk hat deine TA, original?
Auch ich bin sehr spät auf den Geschmack des Offroad-Fahrens gekommen. Mit der Alp traue ich mir das aufgrund des Gewichtes aber nur bedingt zu. Dafür habe mir noch eine CRF 300 L zugelegt, die ca. 137kg vollgetankt wiegt. Auf Sand und Schotter ist die gut zu beherrschen und bietet einen breiten Grenzbereich, was zB das Driften in Kurven (auf Sand) recht einfach macht.
Die Alp bekommt 70/30 Reifen und soll eher selten auf losen Untergrund gefahren werden - könnte aber.
vielen Dank für deinen interessanten Bericht und die ganzen Infos! Hauptsache die Knochen sind heil geblieben.
Hast du auch Bilder gemacht? Balkan steht weit oben auf meiner Liste für nächstes Jahr.
Was für ein Fahrwerk hat deine TA, original?
Auch ich bin sehr spät auf den Geschmack des Offroad-Fahrens gekommen. Mit der Alp traue ich mir das aufgrund des Gewichtes aber nur bedingt zu. Dafür habe mir noch eine CRF 300 L zugelegt, die ca. 137kg vollgetankt wiegt. Auf Sand und Schotter ist die gut zu beherrschen und bietet einen breiten Grenzbereich, was zB das Driften in Kurven (auf Sand) recht einfach macht.
Die Alp bekommt 70/30 Reifen und soll eher selten auf losen Untergrund gefahren werden - könnte aber.
- Der_Bamberger
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Re: Erfahrungsbericht mit Transalp auf Pothole Rodeo Balkan Edition
Servus eumelator,
ja, die Knochen sind gottseidank heile geblieben und ich hab mir sonst auch nicht viel wehgetan. Ich bin aber auch vom Kopf bis Fuß gepanzert. (Fox Motocross Stiefel, Leatt Knee Braces, Leatt Ellbogen und Unterarmschützer und Leatt Brustpanzer.)
Ich hab ziemlich viele Bilder gemacht, aber das würde hier das Forum sprengen, wenn ich sie alle hochladen würde. Ich post dann gleich ein paar unter dem Post hier.
Ich kann den Balkan wirklich wärmstens empfehlen. Die Landschaften sind wunderschön und man kann unendliche Stunden Offroad verbringen. Man muss nur wirklich penibelst drauf achten, dass man trinkt, und hüte dich vor Wildhunden, die mögen Motorradfahrer nicht und ich wurde des Öfteren gejagt.
Fahrwerkstechnisch hab ich vorne Wilbers Progressivfedern und hinten ebenfalls Wilbers. Ich hab meinen Alp komplett auseinandergebaut und letztes Jahr alle Verschleißteile erneuert.
Der Alp ist mein erstes Motorrad und ich hab meinen Schein seit jetzt knapp über zwei Jahren. Also wenn du schon länger fährst, dürfte das Offroaden mit dem Alp kein größeres Problem darstellen. Man braucht einfach ein bisschen Krafteinsatz in den langsamen Stellen und hohe Konzentration bei rutschigen Abstiegen. Wie gesagt, der Alp kann das. Er ist dafür vielleicht nicht ultra geeignet, aber der macht tapfer mit.
Mein nächstes Rad wird eine DR-Z400E. Leicht und leistungsstark.
Und zwecks Reifen: 70/30 ist gut für den Balkan, aber nicht die Heidenau Ranger. Die packen die Hitze und lange Strecken nicht. Ich hab sie neu aufziehen lassen in Graz, als ich losfuhr, und sie waren fast glatt, als ich halb durch Griechenland war. Was ich wirklich schade fand, da ich super Erfahrungen mit den Scouts gemacht habe und die bisher immer gefahren bin.
ja, die Knochen sind gottseidank heile geblieben und ich hab mir sonst auch nicht viel wehgetan. Ich bin aber auch vom Kopf bis Fuß gepanzert. (Fox Motocross Stiefel, Leatt Knee Braces, Leatt Ellbogen und Unterarmschützer und Leatt Brustpanzer.)
Ich hab ziemlich viele Bilder gemacht, aber das würde hier das Forum sprengen, wenn ich sie alle hochladen würde. Ich post dann gleich ein paar unter dem Post hier.
Ich kann den Balkan wirklich wärmstens empfehlen. Die Landschaften sind wunderschön und man kann unendliche Stunden Offroad verbringen. Man muss nur wirklich penibelst drauf achten, dass man trinkt, und hüte dich vor Wildhunden, die mögen Motorradfahrer nicht und ich wurde des Öfteren gejagt.
Fahrwerkstechnisch hab ich vorne Wilbers Progressivfedern und hinten ebenfalls Wilbers. Ich hab meinen Alp komplett auseinandergebaut und letztes Jahr alle Verschleißteile erneuert.
Der Alp ist mein erstes Motorrad und ich hab meinen Schein seit jetzt knapp über zwei Jahren. Also wenn du schon länger fährst, dürfte das Offroaden mit dem Alp kein größeres Problem darstellen. Man braucht einfach ein bisschen Krafteinsatz in den langsamen Stellen und hohe Konzentration bei rutschigen Abstiegen. Wie gesagt, der Alp kann das. Er ist dafür vielleicht nicht ultra geeignet, aber der macht tapfer mit.
Mein nächstes Rad wird eine DR-Z400E. Leicht und leistungsstark.
Und zwecks Reifen: 70/30 ist gut für den Balkan, aber nicht die Heidenau Ranger. Die packen die Hitze und lange Strecken nicht. Ich hab sie neu aufziehen lassen in Graz, als ich losfuhr, und sie waren fast glatt, als ich halb durch Griechenland war. Was ich wirklich schade fand, da ich super Erfahrungen mit den Scouts gemacht habe und die bisher immer gefahren bin.
- Der_Bamberger
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Re: Erfahrungsbericht mit Transalp auf Pothole Rodeo Balkan Edition
























Das ist alles wild durcheinander und in keiner bestimmten Reihenfolge und nicht mal ein Bruchteil von dem, was ich fotografiert habe, aber man sieht ein bisschen was.
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varakurt
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Re: Erfahrungsbericht mit Transalp auf Pothole Rodeo Balkan Edition
Warum eigentlich DER Transalp? Bei den allermeisten hat unser Motorrad einen weiblichen Artikel - also die Alp.


- Der_Bamberger
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Re: Erfahrungsbericht mit Transalp auf Pothole Rodeo Balkan Edition
"Ein Alp (auch Alb oder Nachtalb) ist ein traditioneller Dämon des Volksglaubens, der sich nachts auf die Brust schlafender Menschen setzt"
Alp, weil er mir viele schlaflose Nächte bereitet hat dank Umbauplanung und Umsetzung, danach Träumereien, wo wir alles gemeinsam hingehen. Die Träumereien sind zwar bis zu einem gewissen Punkt schön, werden aber schnell lästig, wenn man eigentlich nur schlafen will. Außerdem heißt meine Transalp Rossenante, wie das Pferd von Don Quijote, weil meine Alp ein alter Klepper ist und ich der Narr, der darauf reitet.
Alp, weil er mir viele schlaflose Nächte bereitet hat dank Umbauplanung und Umsetzung, danach Träumereien, wo wir alles gemeinsam hingehen. Die Träumereien sind zwar bis zu einem gewissen Punkt schön, werden aber schnell lästig, wenn man eigentlich nur schlafen will. Außerdem heißt meine Transalp Rossenante, wie das Pferd von Don Quijote, weil meine Alp ein alter Klepper ist und ich der Narr, der darauf reitet.
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varakurt
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Re: Erfahrungsbericht mit Transalp auf Pothole Rodeo Balkan Edition
Okay ... Alp leitet sich in diesem Fall zwar von den Alpen her, aber wenn du das anders siehst

Wobei hier schreibst du auch von einer weiblichen Alp und Rosinante ist AFAIK auch eine Stute und kein Hengst.Der_Bamberger hat geschrieben: ↑Do 6. Aug 2026, 13:50Außerdem heißt meine Transalp Rossenante, wie das Pferd von Don Quijote, weil meine Alp ein alter Klepper ist und ich der Narr, der darauf reitet.
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Middlfrange
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Re: Erfahrungsbericht mit Transalp auf Pothole Rodeo Balkan Edition
Na, Varakurt, wie war das nochmal mit der Wortklauberei?
Toller Bericht, tolle Bilder ! finde ich, oder?
Lass ihn doch, ein Franke unterwegs, mehr Kulturaustausch geht nicht
Gruß nach Bomberch
Ich schraube, also bin ich 
Elect a Clown Expect a Circus
Elect a Clown Expect a Circus
- Der_Bamberger
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Re: Erfahrungsbericht mit Transalp auf Pothole Rodeo Balkan Edition
Das ist mir ja wohl bewusst, dass sich „Alp“ im Falle der Transalp auf die Alpen bezieht. Soweit mir bewusst ist, sind Alpen (also die Dämonen) überwiegend, wenn nicht gar ausschließlich, männlich dargestellt. Es gibt auch den Incubus und Succubus aus der mittelalterlichen christlichen Folklore, und da wird deutlich im Geschlecht unterschieden.varakurt hat geschrieben: ↑Do 6. Aug 2026, 18:32 Okay ... Alp leitet sich in diesem Fall zwar von den Alpen her, aber wenn du das anders siehst![]()
Wobei hier schreibst du auch von einer weiblichen Alp und Rosinante ist AFAIK auch eine Stute und kein Hengst.Der_Bamberger hat geschrieben: ↑Do 6. Aug 2026, 13:50Außerdem heißt meine Transalp Rossenante, wie das Pferd von Don Quijote, weil meine Alp ein alter Klepper ist und ich der Narr, der darauf reitet.![]()
Und bezüglich Rosinante: Er war ein Hengst.
- Der_Bamberger
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Re: Erfahrungsbericht mit Transalp auf Pothole Rodeo Balkan Edition
Wiki sagt dazu:
Rosinante, oder (und im spanischen Original) Rocinante, ist das Reitpferd von Don Quichotte, im Roman Don Quichotte von Miguel de Cervantes Saavedra. Rosinante ist nicht nur Don Quichottes Pferd, sondern auch sein Alter Ego. Rosinante ist wie Don Quichotte linkisch, über sein bestes Alter hinaus und von seiner Aufgabe überfordert.[1][2]
Rosinante wird als mager und mit zahlreichen Mängeln beschrieben. Während heute im Allgemeinen Stuten Rosinante genannt werden, ist bei Cervantes das Pferd eindeutig ein Hengst: Im 15. Kapitel dringt Rosinante in eine Herde galicischer Stuten ein, was ihm, Don Quichotte und Sancho Pansa heftige Prügel seitens der Treiber einbringt. Auch ist (in der Übersetzung von Ludwig Braunfels) stets von dem Rosinante die Rede. Im Spanischen ist rocín eine despektierliche Bezeichnung für ein Pferd, etwa ein Gaul, ein Klepper oder eine Schindmähre. Ähnliche Worte gibt es in Französisch (roussin; rosse), Portugiesisch (rocim), Niederländisch (ros), Deutsch (Ross) und Italienisch (ronzino). Die Etymologie ist unsicher. Die angehängte Endung ante entspricht dem spanischen Wort für „vor“, das wie im Deutschen sowohl eine zeitliche als auch eine rangmäßige Abfolge beschreiben kann. Mit dem Wortspiel will Don Quichotte ausdrücken, dass sein Pferd vor allen anderen Pferden stehen soll.
Rosinante, oder (und im spanischen Original) Rocinante, ist das Reitpferd von Don Quichotte, im Roman Don Quichotte von Miguel de Cervantes Saavedra. Rosinante ist nicht nur Don Quichottes Pferd, sondern auch sein Alter Ego. Rosinante ist wie Don Quichotte linkisch, über sein bestes Alter hinaus und von seiner Aufgabe überfordert.[1][2]
Rosinante wird als mager und mit zahlreichen Mängeln beschrieben. Während heute im Allgemeinen Stuten Rosinante genannt werden, ist bei Cervantes das Pferd eindeutig ein Hengst: Im 15. Kapitel dringt Rosinante in eine Herde galicischer Stuten ein, was ihm, Don Quichotte und Sancho Pansa heftige Prügel seitens der Treiber einbringt. Auch ist (in der Übersetzung von Ludwig Braunfels) stets von dem Rosinante die Rede. Im Spanischen ist rocín eine despektierliche Bezeichnung für ein Pferd, etwa ein Gaul, ein Klepper oder eine Schindmähre. Ähnliche Worte gibt es in Französisch (roussin; rosse), Portugiesisch (rocim), Niederländisch (ros), Deutsch (Ross) und Italienisch (ronzino). Die Etymologie ist unsicher. Die angehängte Endung ante entspricht dem spanischen Wort für „vor“, das wie im Deutschen sowohl eine zeitliche als auch eine rangmäßige Abfolge beschreiben kann. Mit dem Wortspiel will Don Quichotte ausdrücken, dass sein Pferd vor allen anderen Pferden stehen soll.